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Freie Presse, 12. 08. 2002:
"Off is" stellt Musicalprojekt auf die Beine
Morgen Abend um 20 Uhr sind auf dem Pfaffenberg Ausschnitte zu sehen - Hauptdarsteller für das Musical wird dringend gesucht

Alle sind mit viel Spaß bei der Arbeit. Die Jugendlichen aus dem Jugendhaus "Off is" in Hohenstein-Ernstthal bei der Probe ihres Musicalprojektes "Busstop memories" im Schützenhaus.
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Hohenstein-Ernstthal. Schon von
weitem hört man jeden Freitagnachmittag aus dem Schützenhaus Jugendliche singen, lachen oder wild
durcheinander reden. Spaziergänger
schauen neugierig einen Augenblick
in Richtung des Schützenhauses
oder bleiben für einen Moment stehen, um dem bunten Treiben zu lauschen. Jeder fragt sich, was ist dort
nur los?
Die Haupttätigkeit des Jugendhauses "Off is" in Hohenstein-Ernstthal liegt zurzeit bei einem Musicalprojekt,
welches durch den Kulturraum des Zwickauer Landes mit
11.000 Euro gefördert wird. Dafür
musste aber so einiges getan werden.
So zum Beispiel musste das Projekt
generations- und genreübergreifend
sein und Anregungen zum Selbermachen schaffen. Die Stadt Hohenstein-Ernstthal soll dadurch
überregional bekannt werden, und dazu
wird auch eine Dokumentation über
die Entwicklung des Projekts, die in
Form eines Videos und eines Tagebuches mit Bildern entsteht, verlangt.
Außerdem wird es eine CD vom musikalischen Teil geben.
Das Musical nennt sich "Busstop
memories" und wurde in Gemeinschaftsarbeit mit den Jugendlichen
des Jugendclubs entworfen und
schließlich von Lothar Becker, der
außerdem Leiter des Projekts ist, geschrieben.
Darin geht es um den 15-jährigen
Tim, der sich jeden Morgen an der
Bushaltestelle mit seinen Freunden
trifft und alle Leute beobachtet die
ihm tagtäglich begegnen, wie zum
Beispiel Barbara, die Greenpeaceaktivistin. Dadurch versucht er herauszufinden, was er in seinem späteren
Leben einmal werden möchte. Dazu
kommt, dass sich Tim in die junge
hübsche Busfahrerin verliebt, die eines Tages statt des alten, miesen Busfahrers auftaucht, der seine "Freunde" jeden Morgen tyranisiert. Doch
am nächsten Morgen ist sie wieder
verschwunden, und der griesgrämige Alte sitzt wieder im Bus. Dies wollen sich Tim und seine Freunde aber
nicht gefallen lassen und versuchen,
den Busfahrer zu verscheuchen.
Nach vielen Versuchen gelingt es ihnen dann auch mit Hilfe von Gunnar. Gunnar, der normalerweise
nicht so viel Glück mit seinen Erfindungen hat, entwickelt ein Spray für
die "Antibusfahrerallergie". Damit
schaffen es die Freunde den Busfahrer zu vertreiben: "Hilfe wer hat
mich in meinen Bus gesperrt, hilfe
ich will nach Hause" und Tim sieht
seine Busfahrerin wieder.
"Das Musical soll die Zuhörer daran erinnern, dass man gemeinsam
mehr erreichen kann, als alleine" so
Lothar Becker.
Das Projekt besteht aus einem
zwölfköpfigen Chor, einer Rockband, einem Streich- und eventuell
einem Bläserquartett. Insgesamt sind
es 30 Akteure, die sich schon auf ihren Premierenauftritt am 3. Oktober im Schützenhaus freuen.
Die Premiere ist um 17 Uhr, der Eintritt
kostet drei Euro. Zur Vorpremiere
wurden die Darsteller nach Halle
eingeladen, dort wird zum ersten
Mal das gesamte Musical aufgeführt.
Wer jetzt schon neugierig geworden
ist, der kann bereits morgen zum
30-jährigen Bergfest um 20 Uhr auf
der Pfaffenbergbühne ein paar Ausschnitte aus dem Musikprojekt in
Form eines Medleys sehen.
Ein Problem haben die Akteure
aber noch, kurzfristig hat ein Hauptdarsteller, genauer gesagt der Professor, abgesagt. Jetzt wird dringend
nach einem Ersatz gesucht. Wer Interresse hat, der sollte sich so schnell
wie möglich bei Lothar Becker unter
03723/411269 oder 03722/95394
melden. "Für die Rolle sind keine weiteren Voraussetzungen notwendig,
man sollte höchstens etwas singen
können, das heißt aber nicht, dass
man eine besondere Stimme haben
muss", lacht Becker.
An einem Freitag während den
Proben gab es dann auch Besuch. Stefan Peter von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG)
in Dresden war gekommen, um zu schauen ob die Proben gut verlaufen und das Geld richtig eingesetzt wird. "Ich finde es gut,
dass die alte Kulturschiene den Jugendlichen wieder näher gebracht
wird, denn normalerweise ist es
nicht immer so einfach, junge Leute
dafür zu begeistern", lobt er.
Stefan Peter war richtig angetan
von dem Stück, "die Eindrücke sind
genial, Musik und Gesang haben
mich überzeugt, ihr braucht euch
wirklich nicht zu verstecken, Respekt". Besonders gefällt ihm auch
die Atmosphäre der Gruppe, denn
obwohl sich viele am Anfang nicht
kannten, sind alle locker und haben
viel Spaß.
Es gab noch kleine Textunsicherheiten, und am Schauspiel muss
gearbeitet werden, die einzelnen
Charaktere sollten vertieft werden.
Darin sieht Stefan Peter aber kein
Problem, "denn durch die starke Atmosphäre, die hier herrscht, können
die anderen mitgezogen werden."
Und außerdem bot er seine spontane
Unterstützung an. Stefan Peter will
dabei helfen dass sich jeder in seine
Rolle findet und in ihr bewegen
kann. "Wenn es dem LAG gut gefällt,
könnte man sogar weiter zusammenarbeiten."
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