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Freie Presse, 28. 03. 2003:
Junge Leute schnuppern Theaterluft
Am Welttheatertag im Chemnitzer Umland erfahren: Kinder und Jugendliche stehen oft und gerne auf den Brettern, die die Welt bedeuten

Bei Ihrem Auftritt in der Kulturfabrik Neukirchen: Die Theatergruppe des Jugendhauses "Off is" aus Hohenstein-Ernstthal mit dem Musical "Busstop Memories", das in Eigenproduktion entstand.
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Chemnitzer Umland. Seit 1962
wird der Welttheatertag auf Initiative des Internationalen Theaterinstitutes begangen. Spürbar ist das am
27. März in Städten und Gemeinden
jedoch kaum, meist gar nicht. Doch
wie mit jedem anderen Thementag
sollte es wohl auch damit sein: Theater als stetiges Thema, Theater als
Programm. Wie schaut es im Chemnitzer Umland aus? Wo wird in Burstädt, Limbach-Oberfrohna,
Neukirchen oder Burkhardtsdorf Theater
gespielt, inszeniert, geprobt und erlebt?
Nennt Dieter Arnold, Kultursekretär für das Chemnitzer und Zwickauer Land, die durch den
Kulturraum geförderten Theater, so ist hier
das Theater Plauen-Zwickau als
größter und der Lichtensteiner
Helmnot-Theater-Verein als bedeutendster Mittelnehmer zu vermerken. Kleinere Projekte wie das
Kinder- und Jugendtheater Harlekin aus
Crimmitschau oder das Mondstaub-Theater Zwickau fallen auch unter
diese Förderung. Über die soziokulturelle Schiene läuft die Finanzierung des Musicals "Busstop Memories", das im
Hohenstein-Ernstthaler Jugendhaus
"Off is" in Eigenproduktion auf die
Beine gestellt wurde. Das Ergebnis
war vor einigen Wochen in der Kulturfabrik Neukirchen zu erleben.
Auch hier "theatert" es immer wieder mal. Etwa zwei Jahre lang ging
die Post ab mit dem Leipziger Regisseur Mathias Marschner und dem
Kindennusiktheater Pampule. "Jetzt
fehlen uns die Honorarmittel. Wir
würden gern weitennachen, fänden
wir jemanden, der das finanziert", ist
von Marie-Luise Apostel, Chefin der
Kulturfabrik, zu erfahren.
Dafür gibt es andere Theaterpläne. So ist ein Animationstheater für
Erwachsene geplant, Interessenten
für Mitspiel und Regie sind gern in
der August-Bebel-Straße 2, dem Sitz
der Kultutfabrik, gesehen. Tüchtig
geprobt wird derzeit ein Puppentheaterstück, das Ende Mai zur Kulturwoche in
Burgstädt erstmals zur
Aufführung kommen soll. Dort treffen die Neukirchner dann auf ihre
jungen Kollegen aus Burgstädt, die
sich einmal pro Woche in der Galerie Art Forum zum Proben treffen.
Die Kinder im Alter von neun und
zehn Jahren üben mit den selbst hergestellten Puppen ebenfalls ein
Stück ein.
Richtiges Theater gibt es an der
Diesterweg-Mittelschule in Burgstädt. Die Theater AG ist hier aktiv.
Dass solche Schultheatergruppen
richtig Erfolge feiern können, das erlebten vor gut einer Woche die Schüler des
Albert-Schweizer-Gymnasiums Limbach-Oberfrohna. Mit
dem Stück "Black Heaven" hatten sie
sich zur 5. Schultheaterwoche in
Chemnitz qualifiziert.
Schon für ihre Theaterarbeit ausgezeichnet wurde die Limbacher Pestalozzi-Mittelschule.
Für das Rockmärchen "Tabaluga und Lilli" erhielten die Lehrer und Schüler im Juni
2002 die Auszeichnung "Schule mit
Idee" des Sächsischen Kultusministeriums. Brigitte Einicke leitet seit
drei Jahren diese Theatergruppe. "Es
soll den Schülern vor allem Spaß machen, und das tut es auch", sagt sie.
Die Sechs- bis Neuntklässler sollen
ihre Neigungen erkennen und in den
anstrengenden Beruf eines Schauspielers hineinschnuppern, so die
Lehrerin für Musik und Deutsch.
Auch in der Mittelschule in
Burkhardtsdorf trifft sich regelmäßig eine AG Laienspiel. "Sie spielen
zu Schulfesten und zum Tag der offenen Tür", verrät Schulleiter Hans
Knöpke. "Aber da ist noch mehr
rauszuholen", hofft er.
Übrigens: Zum Welttheatertag
2001 erklärte die Kinderkommission
des Deutschen Bundestages: "Mindestens zweimal im Jahr sollten Kinder
die Möglichkeit haben, ins Theater
zu gehen. Diese Forderung wird von
professionellen Macherinnen und
Machern von Kinder- und Jugendtheatern in Deutschland erhoben.
Die Kinderkommission unterstützt
dieses Anliegen ..." (CHR)
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